Nachdem sich bereits ab Donnerstag die ersten Camper auf den Weg zum 15jährigen Jubiläum des
Trebur Open Air gemacht hatten und Freitag und Samstag bei bestem Wetter ausgelassen zu Bands wie Fotos, Elfmorgen, 4Lyn, Emil Bulls oder Donots gefeiert hatten, findet auch
sounds2move am letzten Tag des
Festivals den Weg auf das Gelände in unmittelbarer Nähe des Freibades. Nach einem Streifzug über das kleine, aber feine, Areal zeigt sich, dass sich auch zur Geburtstagsfeier wenig verändert und das ist auch gut so. Warum Dinge, die sich seit Jahren bewährt haben, ändern? Die Essensauswahl ist wie jedes Jahr einfach famos: Fallafeln, Tacos, Crêpes, Hot Dogs, Flammkuchen, indische Spezialitäten, Nudeln, Würstchen und Steaks vom Grill zum kleinen Preis lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch die gute, alte Chillout-Lounge ist wieder da, wo sie sein soll, jedoch ohne die jahrelang eingesessenen, ranzigen Sofas, dafür kann man dort nun Shishas leihen und gemütlich über der ein oder anderen Wasserpfeife einen Plausch halten.
Den ganzen Morgen haben Roots Entertainment entspannt das Frühstück der Camper mit Roots-Reggae untermalt. Auf der KSK-Bühne, der kleinen Nebenbühne, wird es mit den
Ca$h Kowboys um die Mittagszeit um einiges lauter. Das junge Trio aus der Gegend um Groß-Gerau besticht vor allem durch Optik. Sänger Doms Cowboyhut unterstreicht den Country-Einschlag der "Lonesome Riders". Da wird die Mundharmonika ausgepackt, dann wieder wird der Rock bei den Eiern gepackt und hier und da driften die Kowboys in eine krude Ska-Reggae-Richtung ab. Als Zugabe und 'Song für die Mädels' wagen sie sich gar an Placebos "Every You Every Me". Ein Stil-Mischmasch, der deutlich macht, dass die Band noch nicht so recht weiß, wo sie hin will. Ohrwurmcharakter muss man ihnen aber zugestehen; der Refrain von "Mary Jane" ist definitv hängengeblieben.
Weiter geht es mit den Preisträgern des Bandförderpreises der Sparkassen-Kulturstiftung
Adamas, die sich nicht scheuen zu ihrem einjährigen Geburtstag alle gängigen Emo-Klischees zu bedienen. Werbung für MySpace inklusive. Neue Buttons sind auch zu kaufen und die T-Shirts nicht zu vergessen. Über all dem Gerede rückt die Musik ein wenig in den Hintergrund. Der Emo-Punkrock der Band, die in Gefilden von Bands á la Taking Back Sunday wildert, kommt mit mehrstimmigem Gesang und recht pubertär daher. "Wer nicht tanzt, ist schwul" heißt es da zu Beginn. Später sieht Gitarrist und Sänger Cornelius Weiß wohl ein, dass sogenannte 'Gay-Witze' doch nicht lustig sind. So ist es auch nicht weiter schlimm, dass ihr letzter Song, ein trauriges Liebeslied, vom Soundcheck der Evil Cavies auf der Hauptbühne übertönt wird. Vielleicht hilft es beim Erwachsenwerden.
Den Kindheitsschuhen längst entwachsen, sind die
Evil Cavies. Die Ska-Punk-Combo aus Friedberg hat heute mit anderen Problemen zu kämpfen: Ausnahmsweise treten sie nur zu sechst auf. Ihrem Keyboarder ist die pralle Sonntagssonne nicht bekommen, so dass er mit Kreislaufkollaps ins Krankenhaus musste. Ex-Mad Munchie Manix und Average Miller-Sänger Jerome kann es egal sein, machen Matze, Philipp und Andi an Trompeten und Posaune doch genug Wumms, um die Leute zum Tanzen zu bringen. Nicht umsonst eilt den Evil Cavies weit über Hessen hinaus der Ruf eine super Liveband zu sein voraus.
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